Das Nachtfräuleinspiel von Anna Jonuleit

Das Buch ist nicht ohne, es hat Gefühle wo keine vorhanden sind. Es packt einen förmlich und lässt nicht wieder so schnell los.

Die junge Liane weiß schon früh was Sie will und dafür geht Sie sprichwörtlich auch über Leichen. In ihrer Jugendzeit lebt Sie in einer Kommune, das Mädchen Katharina versucht eine Freundschaft zu ihr aufzubauen. Katharina im Glauben eine Freundin gefunden zu haben, erzählt und zeigt Liane, dass sich den jungen Carl ganz gut findet. Aber bevor Katharina auch nur die Chance bekommt, hat sich Liane an Carl ran gemacht... Jahre später ist Carl ihr Ehemann und Liane eine Karrierefrau, die alles voll im Griff hat darunter ihre Kinder, ihren Mann und ihren Job.

Dann kommt das Pflegekind Annamaria zu Liane in die Familie, ein Mädchen was eigentlich ein behütetest zu Hause hatte und nachdem Tod ihrer Eltern eher in schlechte Pflegefamilien kam und dadurch sich immer mehr vernachlässigt fühlt. Annamaria ist aber trotz allem ein Mädchen mit großem Herz und viel Mitgefühl für ihre Mitmenschen. Als es bei Liane in die Familie kommt, glaubt es zu Anfang hier könnt alles besser werden. Aber die Rechnung hat Sie ohne Liane gemacht, denn Sie weiß ganz genau wie Sie alle unter Kontrolle hält und da ist ihr jedes Mittel Recht.

Liane übt heftigen psychische Gewalt auf ihre Kinder aus, damit diese parieren und das versucht Sie auch bei Annamaria, was anfangs erstmal klappt und nach und nach ablässt da Annamaria langsam hinter Lianes Gefühlswelt blickt.

Das Buch hat mich sehr mitgenommen, denn ich arbeite mit Kindern die aus "sozialen" Problemfamilien jegliche Art kommen und kann gut nachvollziehen was die Kinder dort bei Liane durchgemacht haben. Man muss an einigen Stellen sehr Schlucken, aber es ist sehr fesselnd geschrieben und berührt einen in jeder Form.


Vielen Dank an den #dtv Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.